sustainability – your responsibility.

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Wann ist der Mensch glücklich und zufrieden? Alle grossen Philosophen betonen seit Menschengedenken, dass Glück nicht über die Fülle von materiellen Gütern zu holen ist. Erich Fromm mit „Vom Haben zum Sein“ wird in den kommenden Jahren wieder zum Kultbuch werden. Denn auch die heutigen Glücksforscher kommen zum gleichen Schluss: Je mehr Besitz, je mehr „Haben“, desto geringer ist die Chance, das tief empfundene Sein als den wahren Lebensschatz zu empfinden und erfahren.

Wir haben in den letzten Jahrzehnten eine fast unglaubliche Entwicklung hin zu materiellem Erfolgsstreben erlebt, das von frühesten Kindsbeinen antrainiert wird, das scheinbar der Lebenszweck schlechthin zu sein scheint. Und wir wissen doch, dass wir mit unserem Ableben nichts von all den angehäuften Gütern mitnehmen können, dass es andere Werte sein müssen, die uns noch im Tod zufrieden mit dem eigenen Leben machen lassen. Die Grösse von historischen Figuren lässt sich geradezu daran messen, wie sie mit Genügsamkeit und Nicht-alles-haben-Wollen umgingen. Napoleon und Hitler haben diese Herausforderung nicht gemeistert. Bismarck sehr wohl: Er hat Deutschland nach 1870 als „saturiert“ bezeichnet, also sich selbst genügend und ganz.

Wir sind nun meiner Ansicht nach wieder an einer solchen Zeitenwende, wo Qualität statt Quantität einen neuen Stellenwert bekommt, wo der seit einer Generation besungene Wertewandel in die Tat umgesetzt werden muss. Mit Globalisierung, der damit verbundenen massiven Ausbeutung unserer endlichen Ressourcen und dem grössten sozialen Gefälle der Menschheitsgeschichte haben wir das rechte Mass überschritten: Die Korrekturen erfolgen nicht nur auf den Kapitalmärkten, sondern in allen Bereichen unseres Lebens. Wir lernen – vielleicht nicht nur auf die angenehme Art -, dass endliche Ressourcen bei Natur und Mensch die Realität sind, der wir uns beugen. Was bedeutet das?

Wir lernen rechnen, was die privaten und öffentlichen Bedürfnisse angeht. Wir tragen für uns selber Verantwortung, sehen, dass wir gesund bleiben und unseren gestellten Aufgaben gerecht werden – ohne andere Menschen oder die Natur zu belasten oder auszubeuten. Das bringt viele kleine Freuden und Erfolgserlebnisse mit sich. Diese gilt es zu entdecken, mit anderen freudvoll zu teilen und zu geniessen. Es gehört bald zum guten Ton, sich sozial- und umweltverträglich zu verhalten. Da ist kein Mangel an irgendetwas, es ist ein bewusster Umgang mit Haben und Sein – bestimmt die grösste Herausforderung seit der industriellen Revolution

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