sustainability – your responsibility.

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Wenn uns die Musik im Radio nicht gefällt, stellen wir sie aus. Passt uns ein Artikel in der Zeitung nicht, lesen wir nicht weiter. Stört uns das Licht, schützen wir uns mit Vorhängen oder Sonnenbrillen. Der Architektur, den zur festen Struktur gewordenen Steinen, Hölzern, Formen und Farben, können wir nicht so leicht entgehen. Tag für Tag begegnen wir dem „Gebauten“ – im Aussen in unserem Umfeld und im Innen in unseren Wohnräumen. Umso verantwortungsvoller ist es, als Planer und Architekt oder als Wohnender sich dieser Wirkungen bewusst zu werden.

Katharina Dossenbach ist aufgewachsen in einem Baugeschäft – und ist heute „Wohnraumgestalterin“. In ihre Arbeit bezieht sie Raumpsychologie, Feng Shui, Geomantie und Radiästhesie mit ein. Mit ihrer Firma LebensArt ist sie bestrebt, eine zeitgemässe „Wohlfühlarchitektur“ zu fördern. Nebst der Beratertätigkeit gibt sie Kurse und hat sich auf Messegestaltungen mit Feng Shui spezialisiert. Es liegt ihr am Herzen, Einflüsse von Architektur, Wohnraumgestaltung auf uns Menschen bewusst zu machen.


Augenweide

Ist es uns wohl in den Gebäuden der heute üblichen Bauart – mit all den rechten Winkeln und den quadratischen Aussenhüllen und Räumen? Antworten finden wir aufgrund neuerer Erkenntnisse der Wahrnehmungspsychologie und der Neurologie – sowie im Wissen darum, dass Formen und Farben und jegliche Art von Materialien eine Schwingungsfrequenz haben.
Mit dem Instrument der Raumpsychologie erforschen wir das Zusammenspiel von Gehirn, Sinneswahrnehmung und Psychologie. Für die Architektur (und das Gebiet der Kunst) wird zudem die Gestaltungspsychologie beigezogen. Dabei geht es um visuelle Wahrnehmung: Wie nehmen wir Formen wahr? Lineare Formen, wie z.B. rechte Winkel, haben eine andere Wirkung auf uns als geschwungene weiche, organische Formen. Stellen Sie sich dabei Häuser vor wie jene von „Hundertwasser“ oder von „Gaudi“. Dem stellen Sie heutige Kastenformen gegenüber – Gebäude unserer Zeit. Was berührt uns emotional und energetisch in welcher Art?
Formen haben Einfluss auf unsere Vitalität, regen uns an oder beruhigen uns – harmonisieren oder irritieren uns. Wenn wir uns einzig mit dem rechten Winkel konfrontieren, wie es in der heutigen Bauweise mehr und mehr der Fall ist, beeinträchtigen wir unser Wahrnehmungsvermögen, d.h. wir verlieren den Drang zum differenzierten Sehen. Dies löst in uns Monotonisierung aus. Aus der chinesischen Medizin wissen wir, dass unsere Augenbewegungen gleichzeitig immer auch unser Gehirn anregen. Wenn wir unsere Augen zu wenig bewegen, wird daraus folgend auch unser Denken monoton.
Wir alle kennen das Wort „Augenweide“. Wenn z.B. unser Blick mit Wonne über eine weich geformte Hügellandschaft streift oder wenn wir uns an den Farben eines Blumenblütenmeers erfreuen, weiden unsere Augen. Dies passiert uns in der Natur mit ihren Formen und Farben, aber auch beim Betrachten von harmonisch Gestaltetem wie Gebäuden und in der von Menschen geschaffenen Kunst. Über unsere Sinne werden wir bis ins Innerste genährt. Unser Streicheln über Formen ist zugleich auch eine „Futterweide“ und Farben mit ihrem Lichtspektrum sind eine Art (Licht-)Nahrung, die uns energetisiert.

Ein Beispiel: Gerade verlegte Fliessen lösen in uns das Empfinden von Gradlinigkeit bis hin zur Monotonie aus. Aufgestellte Fliesen rechts im Bild bringen Spannung (auch in uns) hervor.

Derartige Zusammenhänge westlichen Wissens benutze ich gerne, wenn es darum geht aufzuzeigen, warum Feng Shui wirkt. Jegliche Art Möbel und Kunstwerke sowie ihre Anordnung haben Einfluss auf unsere – nicht zuletzt archetypische – Art der Raumwahrnehmung. Alles wirkt auf unsere Emotionalität und dadurch letztlich auf unser ureigenes Wohlempfinden.


Feng Shui auch für uns im Westen

Viele der zuvor beschriebenen Erkenntnisse sind den Chinesen dank Feng Shui seit langem bekannt. Vieles benennen sie anders. Es ist eine andere Kultur, ein anderes Naturverständnis, anderes Denken. Zum Beispiel sprechen sie vom Chi, dem Energiefluss. Chi ist gleichzusetzen mit vitaler Lebenskraft, wie sie in unseren Meridianen (denken wir an Akupunktur) fliesst. Chi ist messbar in „Bovis-Einheiten“. Hohe Werte stärken uns, spenden uns Energie – sie können in uns gar das Gefühl auslösen, das Tanzbein schwingen zu wollen. Ein wohltuendes Chi im Haus wird durch bewusste Anordnung und Gestaltung der Räume zum Fliessen gebracht – oder eingeladen, sich an einem der Erholung dienenden Platz zu sammeln. Wo wohltuendes Chi ist, da halten wir uns gerne auf. So zum Beispiel an einem Brunnen mit seinen hohen „negativ geladenen Ionen“.
Zu beachten ist stets der Ausgleich der Polaritäten „Yin und Yang“ – das heisst: anregende und beruhigende Bereiche z.B. durch eine Mischung von geraden und geschwungenen Formen oder durch weiche und harte Materialien. Auch die Farbgestaltung im Raum wird entsprechend miteinbezogen. Rot und orange sind aktivierend, Pastellfarben eher beruhigend.

Ein weiteres Analysewerkzeug ist das Bagua, das Trigramm der acht Lebenssituationen. Wir schauen, wo in einer Wohnung welche Energien angesiedelt sind oder wo sie fehlen und welchen Einfluss sie auf unsere unbewusste Raumwahrnehmung haben. So können wir sie unter anderem für Familie und Gesundheit, Wohlstand, Kinder und Kreativität nutzen. Wir berechnen die unterstützende Sternenkonstellation eines Wohnungseingangs. Oder welche persönliche Himmelsrichtung für den Schlaf von Bedeutung ist. Wer seine Wohnung als eine Art „Persönlichkeit“ sieht (und nicht nur als etwas technisch-materielles) öffnet sich für neue Betrachtungsweisen und Erfahrungen.


Geomantie und Radiästhesie

In meinen Betrachtungen gibt es immer Platz für die Vorgeschichte eines Hauses oder eines Platzes. Wir sind nicht die Ersten, die dort leben. So wie wir Menschen mit unseren Vorfahren verbunden sind, ist auch jeder Wohnort mit Altem verstrickt. Die in der Erde (in kristallinen Strukturen) gespeicherten Energien wirken feinstofflich. Diese können uns, die wir empfänglich sind für feinstoffliche Schwingungen, entsprechend beeinflussen. Oft haben die dort Lebenden eine energetische oder karmische Verbindung mit dieser Vergangenheit – entsprechend kann es uns gut oder weniger gut gehen.
Unsere Vorfahren wussten, dass Wasseradern und das Erdmagnetfeldgitter mit ihren Schwingungs-frequenzen anregend wirken und uns nicht schlafen lassen können. Anstrengungen von Ärzten und medizinische Ratschläge oder Rezepturen helfen dann nur begrenzt. Feng Shui- und Geomantie -Fachleute sowie auch Radiästheten , die einen Ort von verschiedenen Seiten betrachten, können vielschichtige und oft erstaunliche Zusammenhänge aufzeigen. Es lohnt sich, diesen Ansichten Raum zu gewähren – und fest auf dem Boden bleibend Türen und Fenster für neue Denkweisen zu öffnen.

Die Kombination von archetypischer Raumwahrnehmung (Raumpsychologie) mit Feng Shui-Kunst macht es möglich, Räume mit Wohlgefühl – als Kraftplätze – zu gestalten. In unserer Arbeit verbinden wir östliches Wissen mit westlichen Erkenntnissen. So werden Häuser und Wohnungen zu Orten des Auftankens – und Schlafplätze zur Stätten der Erholung und Regeneration.

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