sustainability – your responsibility.

Facebook Twitter identi.ca RSS Feed Newsletter

  • Wissen wird heute als vierter Produktionsfaktor neben Boden, Arbeit und Kapital aufgefasst und bildet damit die Grundlage der modernen Wissensgesellschaft. Als immatrielles Gut wird es durch den Gebrauch weder abgenutzt noch aufgezehrt.
  • Durch die Digitalisierung von Wissen und dessen globale Verfügbarkeit auf dem Internet wird es zu einem noch spezielleren Gut: Die Vervielfältigung von Wissen ist nun praktisch kostenlos, und auch beim Kopieren ist kein Qualitätsverlust zu befürchten.

  • Digital Divide: ein möglichst gleicher und weitreichender Zugang zu Wissen wird parallel zur Zunahme seiner Bedeutung immer wichtiger - innerhalb von Gesellschaften und global. Die Theorie der digitalen Kluft besagt, dass Menschen ohne Internet nicht angemessen an der Wissensgesellschaft teilhaben können, und dass ihnen daraus Nachteile entstehen.

  • Eine Lizenz ist eine Erlaubnis, etwas zu tun, das ohne den Erwerb einer Lizenz nicht erlaubt ist. Im Gegensatz zu Berechtigungsscheinen, wie dem Fahrausweis, der durch Abnahme einer Prüfung erteilt wird, können Lizenzen monetär erworben werden. Damit erhält der Lizenznehmer zum Beispiel ein Nutzungsrecht an gewerbsrechtlich geschützten Werten wie Patenten und eingetragenen Marken. Je verbreiteter Lizenzierung ist, desto grösser ist demnach die Kluft zwischen denen, die sich eine Nutzung nicht leisten können, und denen, die es können.

  • Das Urheberrecht regelt die Nutzung geistigen Eigentums. Es wird aktuell als ein absolutes Recht auf Schutz geistigen Eigentums verstanden und damit sehr restriktiv gehandhabt.

  • Absolute Rechte verschaffen dem Berechtigten eine ausschließliche (exklusive), rechtlich geschützte Herrschaft über einen bestimmten Bereich, die von jedermann zu respektieren ist. Kennzeichen eines absoluten Rechts ist, dass der Rechtsinhaber andere von der Benutzung ausschließen und das Recht alleine nutzen kann.

  • Geistiges Eigentum (engl. intellectual property) bezeichnet dementsprechend absolute Rechte an immateriellen Gütern, wie zum Beispiel den bereits beschriebenen gewerblichen Werten oder künstlerischen Werken. Die aktuelle Rechtssprechung in diesem, dem Immaterialgüterbereich, sowie die Grundannahme wenn du selbst etwas entwirfst und veröffentlichst, ist also erst einmal maximal restriktiv, da es die Urheberschaft an Wissensgütern analog zu physischem Eigentum behandelt und sich folglich am Sachgüterrecht orientiert. Viele Menschen glauben, dass dies wegen dem beschriebenen öffentlichen Interesse an möglichst freiem Wissen nicht mehr zeitgemäss ist (siehe Digitalisierung von Wissen, weiter oben).

  • Es gibt Rechte der Allgemeinheit, die diese Eigentumsrechte ein wenig einschränken. Aus der Wissenschaft heraus hat sich zum Beispiel das Zitatrecht für eigentlich urheberrechtlich geschützte Werke entwickelt, um den besonderen Eigenschaften des Wissens gerecht zu werden. Weitere Rechte der Allgemeinheit sind das Recht zur Erstellung einer Privatkopie, das Recht, Forschung ohne patentrechtliche Einschränkungen betreiben zu dürfen, und das Recht von Künstlern auf Parodien.

  • Digitale Nachhaltigkeit ist der bewusste Umgang mit Ressourcen in einer Weise, dass deren heutige Erstellung und Verwendung die Bedürfnisse kommender Generationen nicht beeinträchtigt. Es geht also darum, sicherzustellen, dass Information, Wissen und Kulturgüter jeglicher Art heute und auch noch in ferner Zukunft möglichst vielen Menschen zugänglich ist. Dies betrifft technische (Open Source, Offene Standards), wie auch rechtliche Aspekte (freie Lizenzen).

  • Es gibt allerdings noch das Innovationsdilemma. Um aus Wissen Innovation zu generieren, müssen der Zugang dazu und die Verwendung von Inhalten möglichst frei erlaubt sein. In jedem Fall ist die Erstellung des immatriellen Gutes jedoch zeitaufwändig und in manchen Fällen sehr kostenintensiv. Einem „Urheber“ muss man daher in bestimmten Fällen verwertbare Schutzrechte einräumen, damit er einen Anreiz hat, diese Vorleistungen auf sich zu nehmen, was wiederum eine Einschränkung des Zugangs oder der Wissensverwendung zur Folge hat.

  • Patente fallen unter das Immaterialgüterrecht, und sind ein Versuch, das Innovationsdilemma zu entschärfen. Ein Patent ist ein hoheitlich erteiltes gewerbliches Schutzrecht für eine nützliche Erfindung mit Neuheitswert, das es dem Eigentümer erlaubt, aus seiner Erfindung den ihm gebührenden Nutzen zu ziehen. Als Ausgleich werden erteilte Patente aber auch veröffentlicht, so dass auf diesem Wissen aufbauend neue Innovation gedeihen kann.

  • Computerprogramme sind Freie Software, wenn sie jedem Benutzer folgende vier Freiheiten gewähren: Das Programm zu jedem Zweck auszuführen, das Programm zu analysieren, es zu verbessern oder Teile davon zu verändern, und es zu verbreiten. Das Pendant dazu ist proprietäre Software, zudem gibt es aktuell eine Diskussion um die Etablierung von Patenten auf Software. Damit die vier Freiheiten wahrgenommen werden können, muss der Quelltext (Source Code) des Programmes einzusehen sein.

  • Open Source: um im Englischen die Doppeldeutigkeit von 'free' ('gratis' bzw. 'frei') zu umgehen und klar zu machen, dass es um Freiheit und nicht um 'gratis' geht (obwohl Freie Software dank dem Internet auch fast immer gratis ist), benutzen manche Leute den Begriff Open Source anstelle von Free Software, oder synonym FOSS und FLOSS für Free (Libre) and Open Source Software.

  • Der Linux Kernel zusammen mit dem GNU System und weiteren Werkzeugen ist ein komplettes Betriebssystem wie Windows oder Mac OS, welches aber aus freier Software besteht. Eine solche Zusammenstellung wird Distribution genannt. Die momentan populärste Variante ist Ubuntu Linux.

  • Offene Standards bezeichnet ein standardisiertes Format, das offen dokumentiert ist und von allen Firmen gleichermassen in ihrem Produkt verwendet werden kann. Ein Beispiel ist das Standard-Format des Internets, HTML, im Gegensatz zu einem proprietären de facto-Standard wie Microsofts Word-Format. Standardisierte Schnittstellen und Dateiformate sind die Basis für Interoperabilität und Austauschfähigkeit in den Informations- und Kommunikationstechnologien und bilden damit die Grundlage für nachhaltige Systeme.

  • Freier Wissenszugriff (engl. Open Access) bezeichnet den möglichst freien sowie möglichst günstigen oder kostenlosen Zugang zu Wissen, heute im Wesentlichen durch das Internet ermöglicht.

  • Freie Inhalte (engl. Open Content) sind Inhalte jeglicher Art, welche nicht oder frei lizenziert sind -die also von jedem frei verwendet werden dürfen (siehe Seite 54 für einen Versuch zur praktikablen Umsetzung).

  • Digital Rights Management (DRM), auch sarkastisch als Digital Restrictions Management bezeichnet, ist eine weiterentwickelte Version des Prinzips des Kopierschutzes. Lieder oder Videos, aber auch Programme, können dann je nachdem nur auf einer gewissen Anzahl Geräten, nur in einem gewissen Zeitfenster oder nur eine beschränkte Anzahl Male abgespielt bzw. benutzt werden. Oft verunmöglicht DRM selbst legale Nutzungen wie das Kopieren einer gekauften DVD auf seinen Video-iPod zum privaten Gebrauch oder das Abspielen von Songs aus Apple's iTunes-Store auf anderen MP3-Playern als dem iPod.

  • Jailbreaking ist die Ausserkraftsetzung des DRM-Systems eines iPhones oder iPods, damit beliebige Programme auf dem Gerät installieren werden können (nicht nur die durch Apples eigene Vertriebskanäle verkauften). In den USA hat die Library of Congress dies 2010 zu der Liste von erlaubten Ausnahmen hinzugefügt und es damit legalisiert. In manchen Ländern ist das Knacken verschiedener Systeme selbst für legale Zwecke illegal.

  • Das Copyright ist die angloamerikanische Bezeichnung für das Immaterialgüterrecht an geistigen Werken und damit das Pendant zum deutschen Urheberrecht. Eine Bemerkung zu den unterschiedlichen inhaltlichen Auffassungen: Während das kontinentaleuropäische Urheberrecht den Urheber als Schöpfer des Werks in den Mittelpunkt stellt, dient das Copyright vor allem dazu, wirtschaftliche Investitionen zu schützen. Im angloamerikanischen Rechtssystem werden demnach die Entscheidungs- und Verwertungsrechte über ein Werk oft zum Beispiel nicht dem Künstler zugestanden, sondern den wirtschaftlichen Rechteverwertern, zum Beispiel dem Verlag. Der Urheber behält dann eingeschränkte Vetorechte, die den Missbrauch des Copyrights seitens der Rechteverwerter verhindern sollen.

  • Eingetragene Marke: (engl. registered trademark) Firmennamen, Logos oder ähnliche Erkennungszeichen können als Marke eingetragen werden und dürfen dann von niemand anderem verwendet werden.

  • Die Piratenpartei: ist eine politische Partei, welche zuerst 2006 in Schweden gegründet wurde. Mittlerweile gibt es mehrere nationale Piratenparteien, so auch in der Schweiz, welche einen freien Wissensaustausch, Reform des Urheber- und Patentrechts, Schutz der Privatsphäre und verwandte Themen vertreten.

Viele der Definitionen stammen von der deutschen Wikipedia, wo sie unter der „Creative Commons Attribution/Share Alike“-Lizenz verfügbar sind.

Lizenz: by-nc-nd