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Coop nimmt ihre Verantwortung wahr, auch im Transportbereich einen Beitrag zu leisten. Dieser Artikel erläutert die Details.

Georg Weinhofer, Coop

 

Der Detailhandel steht im mehrfachen Sinn in der Verantwortung, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Einerseits muss er seine eigenen C0 2-Emissionen reduzieren. Anderseits muss er seine Gatekeeper-Funktion bezüglich des Produktsortiments wahrnehmen und im Gespräch mit den Vorstufen dazu beitragen, dass die Wertschöpfungskette klimafreundlicher wird. Darüber hinaus kann der Detailhandel die Konsumentinnen und Konsumenten für den Klimaschutz sensibilisieren und ihnen durch entsprechende Angebote einen klimafreundlichen Einkauf ermöglichen. Diese Verantwortlichkeiten treffen auch auf die Bereiche Warentransport, Kundenverkehr und Geschäftsreisen zu. Coop nimmt diese mehrfache Verantwortung wahr und geht mit gutem Beispiel voran.

CO2-Reduktion im betrieblichen Transport

Die Geschäftsleitung von Coop fasste 2008 den mutigen Beschluss, bis 2023 in den direkt beeinflussbaren Bereichen C0 2-neutral zu werden. Im Transportbereich zählen dazu der Warentransport mit Coop-eigenen Fahrzeugen, die Lieferungen des Online-Supermarkts coop@home, Geschäftsreisen und die Warentransporte durch Dritte in der Schweiz im Auftrag von Coop. Die C0 2-Neutralität wird erreicht, indem zudem zuerst bis 2023 alle technisch möglichen und finanziell zweckmässigen Massnahmen ergriffen werden, um den verursachten absoluten C0 2-Austoss so weit wie möglich zu reduzieren. Derjenige Teil der C02-Emissionen, der nur in Verbindung mit unverhältnismässigen Kosten oder gar nicht vermieden werden kann, wird ab 2023 über hochwertige Projekte kompensiert. In der Zwischenzeit befindet sich Coop auf dem Weg zur C0 2-Neutralität. Das gesamte Unternehmen wurde auf Potenziale für die Reduktion des Energiebedarfs sowie die Nutzung erneuerbarer Energien durchleuchtet. Um das Potenzial zur C02-Reduktion optimal zu nutzen, hat Coop innovative Grundsätze für Investitionsbewertung und -entscheide festgelegt. Zum einen orientiert sich die Investitionsbewertung an der Lebensdauer einer Investition und antizipiert allfällig ansteigende Energiepreise. Zum anderen basiert der Investitionsentscheid nicht weiter auf einer Payback-Vorgabe, sondern auf einer Gegenüberstellung der C0 2-Reduktionskosten und der alternativ anstehenden C02-Kompensationkosten. Die Potenzialanalyse und die Anwendung der innovativen Grundsätze haben dazu geführt, dass ein Massnahmenpaket verabschiedet wurde, welches die rund 140'000 Tonnen an absoluten C0 2-Austoss im Jahr 2008 bis 2023 um rund 50% reduziert. Im Transportbereich führen die definierten Massnahmen zu einer Reduktion von rund einem Viertel der rund 55'000 Tonnen an jährlichen C0 2-Emissionen.

Um den Energiebedarf des Transports - sprich den Treibstoffverbrauch - zu reduzieren, wurde eine Beschaffungsrichtlinie für effiziente Lastwagen verabschiedet. Coop ersetzt seit dem Jahr 2010 alle Euro 3-Lastwagen durchschnittlich zwei Jahre früher, sodass diese bis 2012 vollständig durch Fahrzeuge der Klasse Euro 5 ausgetauscht sein werden. Zudem besuchen Lastwagen-Chauffeure EcoDrive-Kurse für eine treibstoffsparende Fahrweise.

Seit mehreren Jahren steigert Coop bei den Warentransporten kontinuierlich den Bahnanteil. Mittlerweile wird mehr als ein Drittel aller Transporte zwischen den nationalen und regionalen Verteilzentralen mit der Bahn abgewickelt. Bei der Belieferung der Verkaufsstellen ab den Verteilzentralen besteht allerdings noch ein grosses Potenzial für die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene. Mit dem Kauf der railCare AG im letzten Jahr hat sich Coop eine optimale Ausgangslage für die Ausschöpfung dieses Potenzials geschaffen. So werden heute bereits erste Verkaufsstellen per Bahn beliefert. Zudem werden ab 2015 alle Coop Pronto Verkaufsstellen, die weiter als 90 Kilometer von der Verteilzentrale Dietikon ZH entfernt sind, nicht mehr via Strassentransport, sondern mittels unbegleitetem kombinierten Schienenverkehr (UKV) beliefert. Auch bei den Geschäftsreisen setzt Coop auf kombinierten Verkehr. So werden diese vermehrt in Kombination aus Zugfahrt und Fahrt mit einem Mobility-Auto durchgeführt.

Aufgrund der weiten Verzweigung des Verkaufsstellennetzes ist Coop zur Feinverteilung der Waren aus den Verteilzentralen in ihre Verkaufsstellen auch in Zukunft auf den Transport per Lastwagen angewiesen. Um den dadurch verursachten C02-Austoss zu senken, setzt Coop in der Lastwagenflotte vermehrt biogene Treibstoffe aus Abfällen ein. So werden in manchen Coop Verteilzentralen die Lastwagen mit einem Gemisch aus bis zu 30 % Biodiesel und herkömmlichem Diesel betankt. Durch eine bauliche Adaption der Tankstellen in weiteren Verteilzentralen sollen künftig noch mehr Lastwagen mit Biodiesel betankt werden können. Des Weiteren nahm Coop – nach erfolgreichem einjährigem Testbetrieb – im Herbst 2010 fünf Gas-Lastwagen in ihre Flotte auf, die mit Biogas betrieben werden. Zudem hat Coop zwei ihrer Lastwagen umrüsten lassen, um die Einsatzfähigkeit von aufbereitetem Altspeiseöl als biogenen Treibstoff zu testen. Bewährt sich das Konzept, wird Coop weitere Fahrzeuge umrüsten.

Klimafreundlicher Einkauf aus Sicht Transport

Ein grosser Teil der CO2-Emissionen des Warentransportes wird durch den Flugverkehr verursacht. Wird beispielsweise Gemüse per Flugzeug importiert, belastet dies das Klima rund 80-mal mehr als Saisongemüse aus der Schweiz. Daher setzt Coop auf Massnahmen zur Reduktion von Importen per Flugzeug: Verzicht auf Aktionen mit Flugware, Effizienzsteigerung der Logistikprozesse sowie Suche und Aufbau von Beschaffungsalternativen. Zudem bietet Coop ihren Kundinnen und Kunden grösstmögliche Transparenz mit der Deklaration aller Flugtransporte mit einem Logo in Flugzeugform und der Aufschrift »BY AIR». Das Logo wird auf die Verpackung aufgedruckt oder direkt auf importierte Früchte geklebt. Neben der Deklaration werden die anfallenden C0 2-Emissionen der Flugtransporte kompensiert. Dies erfolgt über hochwertige Gold-Standard Projekte, die in Zusammenarbeit mit dem WWF erarbeitet werden, z.B. der Bau von Biogasanlagen in Nepal oder die Bereitstellung von Solarkochern in Madagaskar. Ein weiterer Aspekt, welcher einen klimafreundlichen Einkauf aus Sicht Transport ermöglicht, ist das Angebot an Produkten mit kurzem Transportweg - sprich regionale Produkte. So bietet Coop ein Sortiment von Schweizer Saisongemüse und -obst an, das ständig weiter ausgebaut wird. Zudem setzt sie seit nahezu 20 Jahren konsequent auf die Partnerschaft mit Bio Suisse. Die Knospe ist eines der weltweit strengsten und anspruchsvollsten Bio-Labels. Deshalb gilt für Knospe-Produkte ein absolutes Flugverbot. Dem Gedanken treu, legt die Bio Suisse bei Importen Priorität auf Rohstoffe aus Ländern nahe der Schweiz, beziehungsweise wenn ein Rohstoff in der Schweiz in genügender Menge vorhanden ist, muss der Schweizer Rohstoff bezogen werden. Damit verringert die Knospe nicht nur Transport-Kilometer, sondern steht auch für möglichst kurze Verkehrswege auf Schiff oder Strasse.

Klimafreundlicher ist der Einkauf auch, wenn dieser zu Fuss, per Velo oder mit dem öffentlichen Verkehr erledigt wird. Coop unterstützt ihre Kundinnen und Kunden dabei mit dem dichtesten Verkaufsstellennetz der Schweiz und einer guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Einige Verkaufsstellen bieten Heimlieferdienste, welche die Attraktivität eines Auto-freien Einkaufs ebenfalls stärken. Als Alternative zum Auto können Einkäufe mit coop@home auch von zu Hause getätigt werden. Die von coop@home verursachten CO2-Emissionen werden ebenfalls durch Coop kompensiert. Um das Angebot an nachhaltiger Mobilität für Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitende weiter zu steigern, ist Coop seit 2010 Mitglied beim Programm «Mobilitätsmanagement in Unternehmen» von Energie Schweiz. In einem Pilotprojekt werden zurzeit konkrete und wirkungsvolle Massnahmen entwickelt, welche die nachhaltige Mobilität der Kundinnen und Kunden bei Ihrem Einkauf unterstützen.

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Mehr Informationen auf www.coop.ch/nachhaltigkeit