sustainability – your responsibility.

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Die Begriffe Eco-Design und Sustainability sind in aller Munde. Der Umweltbereich erlebt seinen Aufschwung. Doch wie sieht es konkret in der Schweiz aus? Welche Verpflichtungen bezüglich Eco-Design bestehen tatsächlich? Beim ZKB-Nachhaltigkeitsrating für OECD Staaten vn 2009 belegt die Schweiz den zweiten Platz. Herzlichen GlückwunschProdukte begleiten uns durch den Alltag. Wenig bewusst ist uns konsumenten leider nur allzu oft, dass Produkte nicht nur genutzt, sondern auch hergestellt und nach Gebrauch wieder entsorgt werden müssen. Was bracht es, damit ein Produkt umweltverträglich und nachhaltig ist?

Martha Vogel

 

Zur Ermittlung des Nachhaltigkeitsstands der Länder werden dabei soziale und ökologische Indikatoren betrachtet. Es hat sich gezeigt, dass die Schweiz im Umweltbereich sogar die Führung einnimmt - Platz 1 unter allen OECD Ländern. Der Umweltbereich wird also besonders gut bewertet. Hierzu gehören beispielsweise Emissionen, Abfallentsorgung sowie nationale und internationale Umweltpolitik [1]. Die Umweltpolitik spielt eine entscheidende Rolle bei der Durchsetzung von umweltfreundlichen, nachhaltigen Massnahmen. Sie kann beispielsweise auch das Eco-Design steuern. Wie sieht das konkret aus? Welche Aktivitäten gibt es in der EU und der Schweiz im Bereich der Umweltpolitik?

In der EU gilt seit 2009 die so genannte ErP-Richtlinie zur umweltgerechten Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte (Energy-related-Products). Diese Richtlinie zielt auf eine ressourcenschonende und insbesondere energieeffiziente Produktion ab. Mithilfe der Richtlinie wurden Mindestanforderungen an die Produkte festgelegt, um die von ihnen ausgehenden Umweltbelastungen zu minimieren. Die Rahmenrichtlinie soll somit die rechtliche Grundlage für produktspezifische Massnahmen bilden [2]. Darüber hinaus gibt es natürlich auch im Umweltbereich verschiedene Normen der International Standard Organisation. Die ISO 14001 ist eine Norm, die das Umweltmanagementsystem von Unternehmen zertifiziert. Ein solches Zertifikat bestätigt einer Firma, dass sie ihre Umweltleistungen kontinuierlich verbessert. Bei der Realisierung des Umweltmanagementsystems werden dabei grosse Freiräume gelassen. Zusätzlich gibt es die ISO 14004, welche der Entwicklung, Realisierung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Umweltmanagement-Systems gilt. Allerdings ist diese keine Basis für ein ISO Zertifikat [3].

Auch im Schweizer Parlament gibt es Bestrebungen, das Eco-Design auf die Schweizer Tagesordnung zu stellen. Eine Motion, also ein Vorstoss, bei dem eine Gesetzesänderung angestrebt wird, wurde im April 2011 eingereicht. Ziel ist es, die Effizienzstandards für elektrische Geräte zu aktualisieren. Auch die Forderung nach der Übernahme der in der EU geltenden Richtlinie wird gestellt. Darüber hinaus sollen Mindestanforderungen für alle stromrelevanten Bereiche festgelegt werden. Die entscheidende Neuerung ist, dass sich Standards jeweils an den bestverfügbaren Technologien auf dem Markt orientieren sollen. Der Bundesrat reagiert auf die Motion mit allgemeiner Zustimmung, wobei deutlich gemacht wird, dass die Schweizer Eidgenossenschaft die EU-Standards nicht einfach übernehmen, sondern aktiv mitgestalten wird. Die Ablehnung der Motion wurde beantragt, auch aufgrund des knappen Zeithorizonts der Umsetzung - bis Januar 2012 hätten die Forderungen in der Energieverordnung nicht abgeändert werden können [4]. Bereits im Oktober 2011 wurde vom Bundesrat der Beschluss gefasst, die Energieverordnung mit den europäischen Ecodesign-Richtlinen für Elektromotoren zu synchronisieren. Das heisst, dass in der Schweiz nun die gleichen Standards für Elektromotoren gelten wie in Europa [5].

Beim Eco-Design von Produkten geht es neben der Produktion auch um die Entsorgung. In der Schweiz gibt es dazu die Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG). Diese ist bereits 1998 in Kraft getreten und regelt die Entsorgung von „E-Schrott". Im Jahr 2005 gab es eine Revision, die die Hersteller neuerdings zur Gratis-Rücknahme elektronischer Geräte verpflichtet. Jeder Schweizer Bürger hat also das Recht, den Elektroschrott kostenfrei bei den Händlern abzugeben. Seit Januar 2010 gibt es ein Projektteam, das eine Revision dieser Richtlinie erarbeitet. Eine ungerechte Finanzierung der Geräteverwertung, Differenzen mit EU-Regelungen und ökologische Differenzen führten zum Ruf nach einer Aktualisierung des Gesetzes. So soll es ab Juli 2012 vorgezogene Entsorgungsgelder und eine Finanzierungspflicht für alle Markteilnehmer geben. Zudem sollen Anpassungen an die EU-Gesetze erfolgen, wenn sich dadurch echte Verbesserungen bei der Ressourcenschonung, der Wirtschaftlichkeit oder der Benutzerfreundlichkeit ergeben. Beispielsweise soll die von der EU verwendete Kennzeichnung von Geräten auch für die Schweiz übernommen werden [6].

Aber nicht nur gesetzliche Verankerungen führen zu mehr Eco-Design. Das zeigt das von der Vereinigung Ecoparc initiierte Label EcoEnterprise®. Das Ziel des Vereins war die Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung im Bauwesen und in der Unternehmensführung. Das Label zeichnet Unternehmen aus, die im Umweltbereich gewisse Standards erfüllen. In der Westschweiz wird dieses sogar als Alternative zu dem ISO Zertifikat und EU-Labels anerkannt. Unternehmen bewerten sich mithilfe verschiedener Online-Checksysteme. Eine der wichtigsten Checklisten bezieht sich auf die Nachhaltige Entwicklung. Damit kann der Nachhaltigkeitsgrad einer Firma qualitativ erfasst werden. Ausserdem bietet das System verschiedene Verwaltungsoptionen, die mit der ISO Norm 14001 übereinstimmen. Erfüllen die Unternehmen Mindestanforderungen, die von einer externen Stelle geprüft werden, erhalten sie das Label EcoEntreprise® [7].

Für viele Firmen wird Eco-Design auch im Hinblick des Nachhaltigkeitsberichts wichtig. Hierin schlüsseln die Konzerne auf, inwieweit soziale, ökologische und ökonomische Aspekte in ihre Firmenaktivitäten einbezogen werden. Das Eco-Design ist ein Bestandteil für die Produktgestaltung. Die Umsetzung von Eco-Design kann Konzernen einen Marktvorteil verschaffen. Umweltorientierte Konsumenten entscheiden sich eher für das Firmenprodukt. Ausserdem gibt es für die Nachhaltigkeitsberichte wiederum Rankings, so dass ein gutes Abschneiden dem Ruf der Firma zugute kommt. Die Erfüllung der gesetzlichen Normen stellt dafür natürlich eine unabdingbare Voraussetzung dar. Firmen haben also schon allein aus der Marktperspektive heraus die Motivation nachhaltig zu handeln. Die Anreize und Vorschriften für die Förderung von Eco-Design in der Schweiz bestehen bereits und werden weiterhin ausgebaut. Die Chancen für eine erneute Erfolgsplatzierung der Schweiz für das nächste Nachhaltigkeitsrating sind gegeben!

by-nc-nd

QUELLEN:

  1. http://moneycab.presscab.com/de/templates/?a=67127
  2. http://www.eup-richtlinie.at
  3. http://www.bafu.admin.ch/wirtschaft/00538/00541/index.html?lang=de
  4. http://parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20113376
  5. http://www.topmotors.ch/News/
  6. http://fvg-vreg.ch/downloads/vreg2010/BAFU_Revision_VREG_BAFU-
    Tagung_260110_d.pdf?c2c7afd90e432a33dbe86b325edaf724=afe6d660408ec
    e84f5e02ace3ff54ef0
  7. http://www.ecoentreprise.ch/de/index.php?id=A0b