sustainability – your responsibility.

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Nachhaltigkeit mit ihren drei Dimensionen beinhaltet in Ökologie und Ökonomie zweimal das Wort «oikos», das im Griechischen von Höhle bis Kosmos alles heissen kann. Wir bezeichnen mit Logos und Nomos das Haushalten gemäss den Naturgesetzen und vorausschauendes Hauswirtschaften mit vorhandenen Mitteln. Für die Nachhaltigkeit müssten beide mit der dritten Dimension, der sozialen, im Einklang sein. Wohin sind wir mit unserer Wirtschaft und der sie zusammenhaltenden Energie, dem Geld, gekommen? Statistiken belegen, dass in den letzten 40 Jahren die reichen Länder immer reicher und die armen ärmer wurden, je nach Standpunkt trotz oder wegen «Entwicklungshilfe» im weitesten Sinne. Der Vorrang von Ökonomie vor den beiden anderen Dimensionen Ökologie und Soziologie bringt offensichtlich nicht einmal die Ökonomie ins Lot. Schon im Kleinen, den Gemeinde-, Kantons- und Staatshaushalten sehen wir das mit erschreckender Deutlichkeit. Klar ist auch, dass viele mit den Schulden anderer Geld verdienen und Jahresgewinne ausweisen, die an der Börse mit Jubel und höheren Ratings belohnt werden. Die Ökonomen belehren uns: Geld entsteht durch Kredit. Darum läuft nichts ohne Wachstum, was aber in allseits gesättigten Märkten immer schwieriger zu realisieren und notgedrungen bald nur noch in weniger entwickelten Gebieten zu holen ist. Dazu das viel zitierte Wort von Juliette Greco: «Ich glaube, dass auf die Dauer nichts so teuer ist wie das Geld.» Warum bringen wir es nicht zustande, wirklich vorausschauend zu wirtschaften, also Ökonomie im besten Sinne zu betreiben? Warum generieren wir laufend mehr VerliererInnen? Ist das Geld vielleicht einfach nicht das richtige Medium, Vehikel oder Mass, die Ökonomie zu pflegen und den (relativen) Reichtum möglichst breit zu streuen?

Das Austarieren der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit ist da sicher die Leitplanke, um Auswüchse, negative Begleiterscheinungen und weitergehende Verarmung der Armen ins Lot zu bringen. Dies sollte uns nicht hindern, zusätzlich und laut über das Geld als Mass aller Dinge nachzudenken. Vielleicht wäre ein teilweises geldloses Wirtschaften sinnvoll und günstiger, da ohne Zinsen: Mittlerweilen gibt es über 2000 verschiedene Tauschgeschäft-Formen auf der Welt, die in Krisenländern und –zeiten im Gegensatz zur dann verlotterten Geldwirtschaft noch funktionieren: Äpfel gegen Coiffeur, Pflege heute gegen Pflege morgen, Mittagessen gegen Gesundheitsberatung, usw. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, auch bei uns in der sogenannten reichen Schweiz machen sich immer mehr Menschen die gegenseitige Vernetzung zur Hilfestellung und zur Freude am zwischenmenschlichen Kontakt zu Eigen. Letztlich braucht es – wie bei Geld und Börse auch – nicht mehr als gegenseitiges Vertrauen.



 

Susanna Fassbind doziert über «Marketing für Nachhaltigkeit» an der ETH und arbeitet als freie Marketingexpertin.