sustainability – your responsibility.

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Kolumne von SUSANNA FASSBIND

Leben bedeutet, jeden Tag ein ziemlich grosses Bündel an Herausforderungen anzunehmen und fast dauernd kleine und grosse Entscheide zu fällen. Je nach dem, wie Entscheide gefällt werden, befriedigen sie den Menschen – oder eben nicht. Wer sehr häufig und während Jahren Entscheide fällt, die gegen seine innere Stimme (wie immer man sie sonst noch nennen will) verstossen, wird spätestens nach 20, 30 Jahren gesundheitliche Probleme haben. Diese werden chronisch, wenn nicht grundsätzliche Lebensfragen geklärt und gelöst werden. Wir wissen darüber eigentlich recht viel – und doch: Warum steigen die Krankheitskosten bald ins Unermessliche? Nicht nur weil die Pharmaindustrie und die Ärzteschaft immer neue Krankheiten und Therapien finden und die Kranken alle Leistungen ohne grosses Hinterfragen konsumieren, sondern bestimmt auch, weil Eigenverantwortung für Gesundheit, im umfassendsten Sinne, kaum gelebt wird. Gesunde Ernährung, Bewegung und Entspannung sind die drei Schlüsselworte, die auch Schweizerin und Schweizer von der Theorie her meist kennen, aber kaum ins tägliche Leben umsetzen.

Um Körper, Geist und Seele, also den Menschen in seinem ganzen Wesen und Sein, gesund zu erhalten, braucht jeder Mensch zu allererst einmal Beachtung seiner selbst – jeden Tag! Wirklich in Ruhe bei sich sein, nichts tun, entspannen. Genau und nur dann kommen die guten Ideen, Inspirationen und die Kraft für Entspannung im ganzen Leben. Sonst häufen sich die Burn-outs und «Hausfrauen-Depressionen», überhaupt die von der Gesellschaft verdrängten psychischen Krankheiten, die nun langsam auch in die Medien kommen. Vielfach lähmen sie uneingestandenermassen Familien und Firmen und verursachen viel Leid und hohe Kosten bei Privaten und dem Staat.

So ist Nachhaltigkeit in der Gesundheitsfrage heute meiner Meinung nach vor allem mit Entschleunigung, Fehlertoleranz und Eigenverantwortung zu fördern. Das braucht vielleicht vor allem von Seiten der Männer Mut, sich nicht mehr ausschliesslich über den hart erkämpften, materiellen Berufserfolg zu definieren. Die vedische Philosophie weiss schon seit etwa 5000 Jahren: «Der Mensch ist, was er verdaut. » Wir haben in unserer rein materiellen Sicht daraus geschlossen: «Der Mensch ist, was er isst.» Natürlich falsch, weil wir einzig dann gesund bleiben, wenn wir physisch und psychisch verdauen lernen, was wir uns zumuten und erleben. Und das braucht Ruhe und Gelassenheit, die auch erlernt sein wollen wie das Alphabet.

Susanna Fassbind doziert über «Marketing für Nachhaltigkeit» an der ETH und arbeitet als freie Marketingexpertin.