sustainability – your responsibility.

Facebook Twitter identi.ca RSS Feed Newsletter

Die Schweiz muss sich mächtig ins Zeug legen, um die Verpflichtungen, die sie mit dem Kyotoprotokoll eingegangen ist, ein zu halten. EnergieSchweiz soll diese Anstrengungen gezielt fördern. Ein grosser Hoffnungsträger ist die Biomasse. Mit der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls hat sich auch die Schweiz verpflichtet, die CO2-Emissionen zu senken und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der Bundesrat hat klare energie- und klimapolitische Ziele für die Schweiz verabschiedet. Im Jahr 2010 sollen, im Vergleich zu 1990, 10% weniger Energie aus fossilen Energieträgern verbraucht werden und der CO2-Ausstoss soll um 10% sinken. Die Wasserkraft, die in der Vergangenheit stark gefördert wurde, soll ihren Anteil halten und der Beitrag neuer erneuerbarer Energien (Sonne, Biomasse, Holz, Wind und Geothermie) deutlich zunehmen. Trotzdem sind die CO2-Emissionen der Schweiz heute immer noch gleich wie im Jahr 1990: die Ziele sind also hoch, die Herausforderungen gross!

Im Jahr 2001 wurde EnergieSchweiz, das Folgeprojekt von Energie 2000, ins Leben gerufen, damit die Anstrengungen für eine nachhaltige Energieversorgung in der Schweiz weitergeführt werden können. EnergieSchweiz ist ein gemeinsames Programm von Bund, Kantonen und Wirtschaft. Mit vereinten Kräften sollen die notwendigen Massnahmen realisiert, sowie Innovationen und neue Technologien gefördert werden, um die Schweiz im internationalen Klimaschutz auf Zielkurs zu bringen.

Erneuerbare Energien: auch morgen noch da
Die erneuerbaren Energien haben weltweit und in der Schweiz ein enormes Potential. Das Grundprinzip der Nutzung erneuerbarer Energie klingt einfach: aus den kontinuierlichen, primär sonnengetriebenen Prozessen unserer Umwelt wird Energie abgezweigt, damit wir sie technisch verwenden können. Ein Beispiel hierfür ist der Auf- und Abbau von Biomasse: Pflanzen sind durch die Photosynthese in der Lage, mittels Sonnenlicht aus Wasser, Mineralstoffen und CO2 organisches Material aufzubauen. Diese pflanzliche Biomasse wird als Nahrung genutzt und zum Aufbau tierischer Biomasse verwendet. Fortlaufend wird auf diese Weise Biomasse produziert und bauen Mikroorganismen die Biomasse wieder ab, wobei Wasser, Wärme und CO2 freiwerden. Diesen natürlichen Kreislauf kann der Mensch nutzen, indem er die Energie aus der Biomasse als Nahrung, Wärme, Strom oder Treibstoff nutzt. Gegenüber fossilen Treib- oder Brennstoffen hat die energetische Nutzung von Biomasse den Vorteil, dass das Klima nicht durch Treibhausgasemissionen belastet wird: Bei der Verbrennung der Biomasse, bzw. aus den daraus hergestellten Produkten wird jeweils kaum mehr CO2 freigesetzt, als ursprünglich während der Photosynthese fixiert wurde. Völlige CO2-Neutralität ist nicht möglich, weil einzelne Verfahrensschritte bei der Biomasseaufbereitung auf Energieinput angewiesen sind.

Wenn in der Schweiz aus allen Bioabfällen und Ernterückständen Biogas erzeugt würde, könnten 5–10% der Autos damit fahren. Wenn diese Biomasse für Strom und Wärmeproduktion verwendet würde, könnten 5% der EinwohnerInnen für Licht, Fernsehen, Computer und den beheizten Wohnraum ganz auf Energie aus Biomasse zählen! Trotz dieses grossen Potentials konnten im Jahr 2004 erst rund 500 Haushalte mit Wärme und rund 3600 Haushalte mit Strom aus Biomasse versorgt werden. Das Potential ist insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich gross: im Jahr 2004 wurden nur 0,1 % der vorhandenen Hofdünger und Ernterückstände energetisch genutzt. Bisher wird in der Schweiz vor allem aus Restbiomasse, also Bioabfällen, Grüngut und Ernterückständen, Energie gewonnen. Gezielt zur Energiegewinnung angebaute Biomasse, die so genannten Nachwachsenden Rohstoffe, sind in der Schweiz ein noch praktisch ungenutztes Potential.

Swiss Made: Treibstoff aus Biomasse
In der Schweiz hat die Biodieselproduktion (Methylester aus ölhaltigen Pflanzen) auf niedrigem Niveau bereits seit zehn Jahren Tradition. Für die Produktion von Bioethanol, die in grossen Agrarländern (Brasilien und USA) schon lange bekannt ist, bestehen erste Projektideen in der Schweiz. Weitere, in Pilot- und Demonstrationsanlagen bereits erprobte Technologien, setzen Biomasse direkt in Benzin- oder Dieselersatzstoffe um. Bei gewerblich-industriellen Biogasanlagen und grossen landwirtschaftlichen Anlagen kann die Produktion von Biogas als Treibstoff eine reale Alternative zur Stromproduktion darstellen.

Ob die Produktion von klimaneutralem Treibstoff in der Schweiz Verbreitung findet, hängt von vielen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ab: Um die Produktion von Biogas als Treibstoff zu forcieren, ist beispielsweise die steuerliche Befreiung bei biogenen Treibstoffen ein zentraler Anreiz. Wenn diese Steuerentlastung Anfang 2007 in Kraft tritt, werden Biogas und andere biogene Treibstoffe mehr noch als heute zu einer ökonomisch interessanten Alternative für Autofahrer.

Auf Zielkurs – klimaneutral unterwegs
Bis zu einem Drittel der importierten fossilen Treib- und Brennstoffe könnte durch die klimaneutrale Biomasse ersetzt werden. Energie aus Biomasse erhöht damit die Unabhängigkeit gegenüber ausländischen Energieimporten, was gerade bei gestiegenen Ölpreisen zunehmend relevant wird. Ein Drittel des Schweizer Energieverbrauchs und mehr als ein Drittel der schweizerischen CO2-Emissionen gehen auf Kosten unserer Mobilität, die Tendenz ist steigend. Mit CO2-neutralen Biotreibstoffen könnte die Schweiz ihren internationalen Klimaschutzverpflichtungen nachkommen und auf Zielkurs gelangen.

Informationen zu Energie aus Biomasse: EnergieSchweiz, das Programm des Bundes zur Förderung der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien, hat einen Schwerpunkt bei der energetischen Nutzung von Biomasse gesetzt. Die Informationsstelle BiomassEnergie hat im Rahmen von EnergieSchweiz die Aufgabe, aktuelles Wissen aufzubereiten, zu bündeln und interessierten Kreisen zugänglich zu machen. Chancen sollen erkannt und Hindernisse beseitigt werden. Detaillierte Informationen liefert die laufend aktualisierte Homepage.

Informationsstelle BiomassEnergie, c/o Ernst Basler + Partner AG, Zollikerstrasse 65, 8702 Zollikon
Tel: 044 395 11 11, Fax: 044 395 12 34, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.biomasseenergie.ch, www.energie-schweiz.ch

Katharina Serafimova arbeitet bei der Informationsstelle Biomass-Energie von EnergieSchweiz. Sie ist bei der Firma Ernst Basler + Partner auf dem Gebiet Nachhaltigkeitsstrategien und Kommunikation tätig.