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«ES GIBT SIEBEN PRINZIPIEN DER WAHRHEIT! DERJENIGE, DER SIE KENNT MIT VOLLEM VERSTÄNDNIS, BESITZT DEN MAGISCHEN SCHLÜSSEL, BEI DESSEN BERÜHRUNG ALLE TORE DES TEMPELS SICH ÖFFNEN.» (KYBALION)

Im Jahre 1908 erschien in Chicago ein Büchlein mit dem Namen Kybalion. Drei anonyme Autoren führen darin in die sieben Grundsätze der geheimen hermetischen Philosophie ein. Zuvor war dieses Wissen nur wenigen Auserwählten weitergegeben worden. Kybalion ist das traditionelle Wort für eine mündlich überlieferte Sammlung grundsätzlicher hermetischer Lehren. Die Hermetik erklärt, nach welchen Gesetzmässigkeiten das Universum funktioniert. Zudem lehrt sie, wie man diese Gesetzmässigkeiten zu seinen Gunsten nutzen kann.Das Wissen der Hermetiker soll bis auf Hermes Trismegistos (Thot) aus dem frühen Ägypten 3000 v. Chr. zurückgehen, was nicht unumstritten ist. Platon schreibt, Hermes (der Götterbote) habe Zahlen, Masse und andere naturwissenschaftliche und kulturelle Grundlagen entwickelt.

DAS PRINZIP DER GEISTIGKEIT:
«Das All ist Geist, das Universum ist geistig.» Das All ist die grosse schöpferische unerklärliche Kraft hinter allem. Das Universum ist vom All durch Geisteskraft erschaffen und somit geistig. Das Kybalion bestätigt den Glauben an eine grösste Macht. Die Entstehung der Welt durch Geisteskraft kommt auch in anderen Schöpfungsgeschichten vor, zum Beispiel der hinduistischen, in der Brahma die Welt erträumt.

DAS PRINZIP DER ENTSPRECHUNG:
«Wie oben, so unten, wie unten, so oben.» Die Hermetiker behaupten, dass man Analogien von der Materie bis zum Geistigen überall fi ndet und so von Bekanntem auf Unbekanntes schliessen kann.

DAS PRINZIP DER SCHWINGUNG:
«Nichts ist in Ruhe, alles bewegt sich, alles ist in Schwingung.» Schwingungen sind nach dem Kybalion auch alles Nichtwie materielle, also auch Gedanken und Gefühle, nur haben diese eine ganz andere, höhere Frequenz. Die Unterschiede zwischen Materie, Energie und Geist hängen also nur von den verschiedenen Graden der Schwingung ab.

DAS PRINZIP DER POLARITÄT:
«Alles ist zweifach, alles hat zwei Pole, alles hat sein Paar von Gegensätzlichkeiten; gleich und ungleich ist dasselbe; Gegensätze sind identisch in der Natur, nur verschieden im Grad; Extreme berühren sich, alle Wahrheiten sind nur halbe Wahrheiten, alle Widersprüche können miteinander in Einklang gebracht werden.» Bemerkenswert hierbei die Betonung darauf, dass scheinbare Widersprüche wie zum Beispiel Gut und Böse oder Kalt und Heiss letztlich ineinander übergehen. Kalt und Heiss sind die Extreme der gleichen Skala. Jeder kann das Eine leicht in das Andere verwandeln, zum Beispiel in dem er im Winter die Heizung zu- oder aufschraubt.

DAS PRINZIP DES RHYTHMUS:
«Alles fl iesst aus und ein, alles hat seine Gezeiten, alle Dinge steigen und fallen, das Schwingen des Pendels zeigt sich in allem; das Mass des Schwunges nach rechts ist das Mass des Schwunges nach links; Rhythmus kompensiert.» Aus dem Prinzip der Schwingung folgt logischerweise ein ständiges Auf und Ab bei allen Dingen. Dies lässt sich zum Beispiel bei Ebbe und Flut oder bei der Stimmung vieler Mitmenschen beobachten. Kompensation meint, dass eine Wirkung auf die eine Seite durch eine gleichstarke Wirkung zur anderen Seite ausgeglichen wird.

DAS PRINZIP VON URSACHE UND WIRKUNG:
«Jede Ursache hat ihre Wirkung; jede Wirkung ihre Ursache; alles geschieht gesetzmässig, Zufall ist nur der Name für ein unbekanntes Gesetz. Es gibt viele Ebenen der Ursächlichkeit, aber nichts entgeht dem Gesetz.» Ein Prinzip, dass jeder Wissenschaftler unterschreiben und mit Kausalität betiteln würde. Zufälle gibt es nach den Hermetikern nicht, wohl aber mehrere und schwer sichtbare Ursachen.

DAS PRINZIP DES GESCHLECHTS:
«Geschlecht ist in allem, alles hat männliche und weibliche Prinzipien, Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen.» Die Hermetik versteht grob gesagt unter männlich das Objektive, Aktive und unter weiblich das Subjektive, Unbewusste, Passive. Das männliche Prinzip bringt die Idee, das weibliche aber setzt sie durch schöpferische Prozesse um.

Weiterführendes:
Das Kybalion. Eine Studie über die hermetische Philosophie des alten Ägyptens und Griechenlands. 1999, Hirthammer, 180 Seiten, 25 CHF, ISBN 3-88721-155-3.

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